Die Stuttgarter Hutzelmännlein
Eduard Mörike, (geboren 1804) schrieb im Jahre 1853 das Märchen vom „Stuttgarter Hutzelmännlein„
Der Stuttgarter Kobold, Pechschwitzer oder auch Hutzelmännlein genannt, der den Menschen Glück oder auch Pech bescheren kann, schenkt dem Schustergesellen Seppe, der in die weite Welt ziehen möchte, ein Stück nie endendes Hutzelbrot und zwei Paar Glücksschuhe, von denen er ein Paar anziehen und das andere, ein Paar Mädchenschuhe, am Wegrand stehen lassen soll.
Seppe aber verwechselt die Schuhe und trägt fortan einen Mädchenschuh. Derweil seine zukünftige Lebensgefährtin Vrone, die das zweite Paar Schuhe findet, allerlei Misslichkeiten erfahren muss, weil sie den anderen falschen Schuh trägt.
Das Hutzelmännlein lenkt aber aus dem Verborgenen das Schicksal der beiden Glückskinder. Die beiden werden während der Hochzeitsfeierlichkeiten Graf Eberhards magisch von ihren Glücksschuhen angezogen und verloben sich in schwindelnden Höhen auf dem Hochseil über dem Stuttgarter Marktplatz.
“Das Märchen vom „Stuttgarter Hutzelmännlein“ kennt in Stuttgart jedes Kind!
Zum Anlass des Mörike-Jahres 2004 kreierte unser damaliger Senatspräsident Walter Gutermann die Maskengruppe. Unser Häs und Maske wurden dem Brauchtumssauschuss des Landesverbandes Württembergischer Karnevalsvereine e.V., LWK, vorgestellt, der nach Prüfung seine Anerkennung als Brauchtumsgruppe im LWK am 11.10.2003 ausgesprochen hat.
Das Häs des Hutzelmännlein
Einer handgeschnitzten Maske aus Holz, bei der die Gesichtsform dem Aussehen eines freundlichen Koboldes entspricht, mit einer ausgeprägten Nase. An der Maske ist ein langer, dunkler Bart mit einer großen,dunkelroten Filz-Spitzkappe und pechschwarzen Haaren befestigt. Einem Hemd, bestehend aus naturfarbenem Leinenstoff sowie einer weiten 3/4-lange Hose bestehend aus Rupfen (Kartoffelsack) und einem Hanfstrick als Gürtel. Einer braunen abgewetzten Lederschürze und braunen Lederhandschuhen. Rot-beige geringelte Strümpfe und braun-gelbe Schnabelschuhe. Mitgeführt wird ein naturfarbener oder brauner Weidenhenkelkorb mit geschnittenem Hutzelbrot (Schnitzbrot).
Wer wir sind
Am 20. Februar 2004 übernahm die Landeshauptstadt Stuttgart die Patenschaft für die „Stuttgarter Hutzelmännlein“, seinerzeit vertreten durch den ehemaligen OB Dr. Wolfgang Schuster. Seit 2021 heißt unser neuer Patenonkel Dr. Frank Nopper.
Die Gruppe der Stuttgarter Hutzelmännlein besteht aktuell aus 23 Hästrägern (in verschiedenen Altersstufen), einer Betreuerin und einer Trainerin.
Unsere Fasnetszeit
In die Fasnetszeit starten die Stuttgarter Hutzelmännlein jedes Jahr traditionell am 6. Januar mit dem Maskenabstauben, welches im Inge-Gaupp-Vereinszentrum stattfindet. Die Maskenmeisterin kontrolliert die Masken und begutachtet das Häs jedes einzelnen Hutzelmännleins. Im Anschluss daran werden die neuen Hutzelmännlein getauft: Mit dem Aufsagen eines Taufspruches und einem nicht-definierbarem Gebräu werden sie in die Gemeinschaft aufgenommen.
Die Hutzelmännlein vertreten die Gesellschaft Zigeunerinsel vorrangig bei Brauchtumsveranstaltungen und Umzügen. Beim jährlichen Treffen des Landesverbandes Württembergische Karnevalsvereine nehmen die Stuttgarter Hutzelmännlein das ganze Wochenende teil. Der Höhepunkt eines Kobolds-Daseins ist jedoch die jährliche Prunkfestsitzung unserer Gesellschaft Zigeunerinsel.
Was uns ausmacht
Das Hutzelmännlein hutzelt nicht nur durch die Gegend und verteilt leckeres Hutzelbrot, nein es will auch Tanz! Verschiedenen Tänze wurden in den vergangenen Jahren eingeübt und aufgeführt.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass es eine besondere Herausforderung ist, mit dieser wunderschönen Maske zu tanzen.
Die Hutzelmännlein nehmen auch gerne ihre Freunde und Angetrauten mit auf Veranstaltungen und Zusammenkünften: Die Hutzel-Friends! Sie sind in der Fasnetszeit erkennbar an ihren roten Strickmützlein und schwarzen Jacken.
Das Hutzelmännlein unterm Jahr
Aber irgendwann ist Fasnet auch wieder vorbei, nach dem Baronen-Begräbnis am Aschermittwoch sind die Hutzelmännlein allerdings nie lange traurig….denn eine alte Koboldsweisheit lautet: „Barone kommen, Barone gehen“……. und ein Hutzelmännlein geht nie alleine durch das Jahr. Deshalb trifft sich der Kobold auch weiterhin für gemeinschaftliche Erlebnisse und Zusammenkünfte:
Am 1. Mai macht sich ein Teil der Gruppe immer auf, um die Gegend zu erkunden. Hier wird gemeinsam gewandert und dann, das können die Hutzelmännlein am besten, gemeinsam den Tag bei guter Kost ausklingen zu lassen.
Und wenn ihr ein Hutzelmännlein kurz vor Weihnachten sucht, ihr findet es bestimmt auf dem Weihnachtsmarkt in Stuttgart. Hier trifft sich der Kobold am Eröffnungstag einfach gerne mit seinen Koboldsgeschwistern.
Das Stuttgarter Hutzelmännlein pflegt das Brauchtum, verteilt gerne sein Hutzelbrot und freut sich, wenn sich die Leute freuen!
Magst du auch ein Kobold sein?
Dann komm doch einfach zu unserem Stammtisch! Wir treffen uns in gemütlicher Runde zum Plaudern, Kennenlernen und gemeinsamen Austausch!
Trau dich und schau vorbei, wir freuen uns immer über neue Gesichter, egal ob jung oder alt!